Externer Strahlenschutzbeauftragter (§70 StrlSchG) – seit 2008 in Berlin
🔬 Spezial: Radon am Arbeitsplatz📅 Aktualisiert April 2026📖 6 Min. Lesezeit
Strahlenschutz für Arbeitgeber
Radon am Arbeitsplatz: Sind Sie 2026 messpflichtig – und was kostet die Lösung?
Das Strahlenschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber zu Radon-Messungen in Vorsorgegebieten
und in 12 definierten Branchen. Referenzwert: 300 Becquerel pro Kubikmeter.
Bei Überschreitung greifen Schutzpflichten – im Extremfall voller beruflicher Strahlenschutz mit Dosimetrie
und arbeitsmedizinischer Vorsorge.
2.800 Tote/JahrRadon nach Rauchen Lungenkrebs-Ursache Nr. 2
Die 18-Monats-Umsetzungsfrist nach Festlegung von Vorsorgegebieten läuft in vielen Bundesländern 2026 ab. Wer noch nicht gemessen hat, muss jetzt handeln – die Behörden ziehen die Schraube an.
Drei klare Kriterien aus § 127 StrlSchG. Wenn auch nur eines auf Sie zutrifft, sind Sie messpflichtig:
Kriterien für die Radon-Messpflicht
1
Lage in einem Radon-Vorsorgegebiet
Ihr Arbeitsplatz liegt im Erd- oder Kellergeschoss eines Gebäudes innerhalb eines von der Landesbehörde ausgewiesenen Vorsorgegebiets. Die Karten werden laufend aktualisiert.
2
Tätigkeit in einem Radon-Arbeitsfeld
Ihr Betrieb fällt in eine der 12 in Anlage 8 StrlSchG aufgelisteten Branchen – etwa Wasserwerke, Bergwerke, Schauhöhlen, Heilbäder. Pflicht gilt unabhängig vom Standort.
3
Behördliche Anordnung im Einzelfall
Die zuständige Landesbehörde kann eine Messung anordnen, wenn Anhaltspunkte für erhöhte Konzentrationen vorliegen – auch außerhalb von Vorsorgegebieten.
Tipp: Auch wenn keine gesetzliche Pflicht besteht, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz
freiwillige Messungen. Erhöhte Werte können auch außerhalb von Vorsorgegebieten auftreten – nur eine Messung
schafft Klarheit.
Geographie
Was sind Radon-Vorsorgegebiete?
Nach § 121 StrlSchG mussten die Bundesländer bis Ende 2020 Gebiete ausweisen, in denen in einer
beträchtlichen Zahl von Gebäuden der Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird. Diese Gebiete
sind die Radon-Vorsorgegebiete.
Bundesländer mit ausgewiesenen Vorsorgegebieten
Die folgenden Bundesländer haben Vorsorgegebiete bekanntgegeben (Stand: regelmäßig erweitert):
🏞️SachsenErzgebirge, Vogtland
⛰️BayernBayerischer Wald, Fichtelgebirge
🌲ThüringenThüringer Wald, Schiefergebirge
🏔️Baden-WürttembergSchwarzwald, Schwäbische Alb
Auch Sachsen-Anhalt, Hessen und Niedersachsen haben einzelne Vorsorgegebiete ausgewiesen.
In Berlin und Brandenburg bestehen aktuell keine flächendeckenden Vorsorgegebiete – die
Anlage-8-Pflicht gilt aber weiterhin. Die Karten werden laufend aktualisiert: Was heute
kein Vorsorgegebiet ist, kann es in Kürze werden, wenn neue Messdaten erhöhte Werte zeigen.
Praktische Konsequenz: Wenn Sie Standorte in mehreren Bundesländern betreiben, müssen Sie
für jeden einzeln prüfen. Wir übernehmen diese Prüfung im Erstgespräch.
Anlage 8 StrlSchG
12 Branchen mit bundesweiter Messpflicht
Unabhängig vom Standort sind diese Branchen messpflichtig, weil dort prozessbedingt erhöhte
Radon-Konzentrationen auftreten können:
💧WasserwerkeWassergewinnung & -aufbereitung
🍺BrauereienBrunnenwasser-Verarbeitung
⛏️Untertägige BergwerkeAktiv und stillgelegt
🕳️SchauhöhlenInkl. Besucherbergwerke
♨️Radon-HeilbäderBad Kreuznach, Bad Brambach u. a.
🌡️HeilstollenTherapieanlagen
🚇Schächte & TunnelBauwerks-Untergrund
🏛️Wasserwerks-AnlagenVerteilung & Speicherung
Die vollständige Liste finden Sie in Anlage 8 StrlSchG. Wenn Ihre Branche gelistet ist,
gilt die Messpflicht bundesweit – auch in Norddeutschland, Berlin oder Hamburg, wo keine
Vorsorgegebiete ausgewiesen sind.
Verfahrensablauf
Das 4-Stufen-Konzept – wie Radon-Schutz im Gesetz funktioniert
Das Strahlenschutzgesetz nutzt ein gestuftes Verfahren: Aufwand und Pflichten skalieren mit
dem tatsächlichen Risiko. So vermeiden Sie überflüssige Maßnahmen und konzentrieren Ressourcen dort, wo es
wirklich nötig ist.
Messung der Radon-Konzentration
12-Monats-Messung mit Exposimetern einer vom BfS anerkannten Stelle. Pflicht für Erd- und Kellergeschosse in Vorsorgegebieten und alle Anlage-8-Arbeitsplätze.
§ 127 StrlSchG · § 155 StrlSchV
Maßnahmen zur Senkung
Wenn der Referenzwert von 300 Bq/m³ überschritten wird: unverzügliche Reduzierungsmaßnahmen. Lüftung, Abdichtung, Absaugung – abhängig von der baulichen Situation.
§ 128 StrlSchG
Anmeldung bei Behörde
Wenn Maßnahmen den Referenzwert nicht unterschreiten: Anmeldung des Arbeitsplatzes bei der zuständigen Landesbehörde. Dosisabschätzung für alle Beschäftigten innerhalb von 6 Monaten.
§§ 129, 130 StrlSchG
Beruflicher Strahlenschutz
Bei effektiver Jahresdosis > 6 mSv: voller beruflicher Strahlenschutz mit Personendosimetrie, arbeitsmedizinischer Vorsorge und Strahlenschutzbeauftragten – unser Kerngeschäft.
§ 131 StrlSchG · §§ 157, 158 StrlSchV
Wichtig: Die meisten Arbeitsplätze bleiben in Stufe 1 oder 2 stehen – mit überschaubarem
Aufwand. Aber: Sie wissen erst nach der Messung, wo Sie stehen. Ohne Messung keine Sicherheit, ohne
Sicherheit keine Befreiung von der Behördenkommunikation.
Rechtlicher Rahmen
Die wichtigsten Paragraphen im Überblick
Der gesamte Radon-Arbeitsschutz ruht auf den §§ 121–132 StrlSchG sowie ergänzenden Regelungen der
Strahlenschutzverordnung:
§ 121Festlegung von Radon-Vorsorgegebieten durch die Landesbehörden
§ 126Referenzwert 300 Bq/m³ für die Radon-222-Aktivitätskonzentration
§ 127Messpflicht an bestimmten Arbeitsplätzen
§ 128Maßnahmenpflicht bei Überschreitung des Referenzwerts
§ 129Anmeldepflicht bei dauerhafter Überschreitung
§ 130Dosisabschätzung für betroffene Beschäftigte (6-Monats-Frist)
§ 131Beruflicher Strahlenschutz bei > 6 mSv/Jahr
§ 155 StrlSchVAnerkennung der Messstellen, 12-Monats-Messdauer
§§ 157, 158 StrlSchVPflichten beim beruflichen Strahlenschutz
Anlage 8 StrlSchGListe der Radon-Arbeitsfelder mit bundesweiter Messpflicht
Eine Radon-Messung am Arbeitsplatz ist kein Schnellschuss – sie braucht Planung,
Logistik und Auswertung. Hier die typischen Schritte:
1. Erstgespräch und Bestandsaufnahme
Wir prüfen Ihre Standorte: Liegen Sie in einem Vorsorgegebiet? Fallen Sie unter Anlage 8? Welche Räume
betroffen? Wie viele Messpunkte werden benötigt? Diese Erstanalyse ist kostenfrei.
2. Messplanung
Anhand Ihrer Räume legen wir Messpunkte fest – in der Regel ein Exposimeter pro Aufenthaltsraum im Erd-
und Kellergeschoss. Bei großen Räumen mehrere. Die Geräte beziehen wir von einer
vom BfS anerkannten Messstelle – Pflicht nach § 155 StrlSchV.
3. Auslegung und 12-Monats-Messung
Die Exposimeter werden ausgelegt und sammeln 12 Monate Daten. Die Messdauer ist
vorgeschrieben, weil die Radonkonzentration jahreszeitlich stark schwankt – im Winter bei geringer Lüftung
meist deutlich höher als im Sommer.
4. Auswertung und Bericht
Nach Ablauf werden die Exposimeter zur Auswertung eingeschickt. Sie erhalten einen prüffähigen
Ergebnisbericht, den Sie aufbewahren und betroffenen Beschäftigten sowie Betriebsräten zugänglich
machen müssen.
5. Bewertung und Folgemaßnahmen
Bei Werten unter 300 Bq/m³: Bericht aufbewahren, fertig. Bei Überschreitung: Maßnahmenplanung,
ggf. Erfolgskontrollmessung, ggf. Anmeldung bei der Behörde. Wir begleiten den gesamten Prozess.
Wir bieten drei modulare Pakete, die je nach Größe und Komplexität Ihres Betriebs passen.
Konkrete Preise hängen von Anzahl der Messpunkte, Standorten und gewünschtem Folgeumfang ab. Eine
Erstberatung ist immer kostenfrei.
Erstberatung & Klärung
kostenfreiunverbindlich
Prüfung Ihrer Messpflicht
Klärung Vorsorgegebiet / Anlage 8
Empfehlung zu Anzahl Messpunkte
Telefonisch oder per E-Mail
Messung & Bericht
ab niedrigem 3-stelligen €je nach Messpunkten
Beschaffung Exposimeter (BfS-anerkannt)
Auslegung & Anleitung vor Ort
12-Monats-Messung
Einsendung & Auswertung
Prüffähiger Ergebnisbericht
Komplett-Paket
individuellje nach Aufwand
Alles aus „Messung & Bericht"
Maßnahmenplanung bei Überschreitung
Erfolgskontrollmessung
Anmeldung bei Landesbehörde
Übergang in SSB-Mandat möglich
Vergleich zum Bußgeldrisiko: Eine professionelle Messung kostet einen Bruchteil dessen,
was Sie bei einem Verstoß riskieren – Bußgelder bis 50.000 €, plus zivilrechtliche Haftung gegenüber
geschädigten Mitarbeitern.
Warum Radon-Beratung über Pfeiffer Strahlenschutz?
Es gibt im Markt zwei typische Wege: reine Mess-Anbieter, die Ihnen ein Exposimeter
schicken und einen Bericht ausspucken – ohne weitere Beratung. Und Großberatungen, die
Radon als ein Produkt unter vielen führen. Was Sie bei uns anders bekommen:
Persönliche Auseinandersetzung mit Ihrer Situation – Sie sprechen direkt mit Jens Pfeiffer, nicht mit einem Call-Center oder Sachbearbeiter
Kombination Radon-Beratung + SSB-Kompetenz – wenn aus der Messung ein vollwertiges Strahlenschutzmandat wird, sind wir bereits Ihr Ansprechpartner
25 Jahre Praxis im Strahlenschutz aus Kernkraftwerken, Forschungsreaktoren und Industrie – Radon ist ein logischer Teil dieser Expertise, nicht ein zugekauftes Add-on
Behördenkommunikation als Routine – wir wissen, wie Anmeldungen aussehen müssen, damit sie ohne Rückfragen durchgehen
Frei von Interessenkonflikten – wir verkaufen Ihnen keine Sanierungstechnik, kein Gerätedeal mit Hersteller-Kommission. Unsere Beratung ist neutral.
FAQ
Häufig gestellte Fragen
Bin ich als Arbeitgeber zur Radon-Messung verpflichtet?
Ja, wenn Ihr Arbeitsplatz in einem Radon-Vorsorgegebiet liegt und sich im Keller- oder Erdgeschoss befindet (§ 127 Abs. 1 Nr. 1 StrlSchG). Außerdem unabhängig vom Standort, wenn Sie in einem Radon-Arbeitsfeld nach Anlage 8 StrlSchG tätig sind – z. B. Wasserwerke, Bergwerke, Heilbäder, Schauhöhlen.
Was ist ein Radon-Vorsorgegebiet?
Ein von der zuständigen Landesbehörde nach § 121 StrlSchG ausgewiesenes Gebiet, in dem in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschritten wird. Bundesländer wie Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg haben Vorsorgegebiete bekanntgegeben.
Wie hoch ist der Referenzwert für Radon am Arbeitsplatz?
Der Referenzwert beträgt 300 Becquerel pro Kubikmeter Luft (Bq/m³) im Jahresmittel (§ 126 StrlSchG). Wird er überschritten, sind Schutzmaßnahmen erforderlich. Bei einer effektiven Jahresdosis über 6 Millisievert greift voller beruflicher Strahlenschutz.
Wie lange dauert eine Radon-Messung?
Vorgeschrieben sind 12 Monate, da die Radonkonzentration jahreszeitlich stark schwankt (§ 155 StrlSchV). Die Messung erfolgt mit Exposimetern einer vom Bundesamt für Strahlenschutz anerkannten Stelle.
Welche Branchen müssen unabhängig vom Standort messen?
In Anlage 8 StrlSchG sind Radon-Arbeitsfelder benannt: Wasserwerke und Wasserversorgung, untertägige Bergwerke, Schächte, Schauhöhlen, Besucherbergwerke, Anlagen der Wassergewinnung und -aufbereitung, Radon-Heilbäder und -Heilstollen.
Was passiert, wenn der Referenzwert überschritten wird?
Der Arbeitgeber muss unverzüglich Schutzmaßnahmen ergreifen, um die Radonkonzentration zu senken (§ 128 StrlSchG). Innerhalb von 30 Monaten muss eine Erfolgskontrolle erfolgen. Bleibt der Wert auch danach überschritten, ist der Arbeitsplatz bei der Behörde anzumelden.
Welche Strafen drohen bei Versäumnis der Radon-Messpflicht?
Bei Ordnungswidrigkeiten nach Strahlenschutzgesetz drohen Bußgelder bis zu 50.000 €. Bei vorsätzlichen Verstößen oder Personenschäden kommen strafrechtliche Konsequenzen hinzu, plus zivilrechtliche Haftung – Radon ist nach dem Rauchen die zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs in Deutschland.
Was kostet eine professionelle Radon-Beratung?
Eine Erstberatung mit Bestandsaufnahme und Messplanung beginnt im niedrigen dreistelligen Bereich. Die 12-Monats-Messung mit Exposimetern einer anerkannten Stelle wird je nach Anzahl der Messpunkte zusätzlich abgerechnet. Detaillierte Preise auf der Preise-Seite.
Gilt die Radon-Messpflicht auch in Berlin und Brandenburg?
In Berlin und Brandenburg sind aktuell keine flächendeckenden Vorsorgegebiete ausgewiesen. Die Anlage-8-Pflicht (Wasserwerke, Bergbau etc.) gilt aber bundesweit. Auch außerhalb von Vorsorgegebieten empfiehlt das BfS freiwillige Messungen – besonders in Erd- und Kellergeschossen.
Klären wir Ihre Radon-Situation – in 15 Minuten Erstgespräch
Sie sind unsicher, ob Sie messpflichtig sind? Sie wissen es bereits, aber haben noch nicht gehandelt?
Erstgespräch kostenfrei, telefonisch oder per E-Mail. Direkter Kontakt zu Jens Pfeiffer.